Das Baumhaus in Köln! KeTaN und das Rheingold…

•November 19, 2009 • 1 Kommentar
Rolf KeTaN Tepel

Rolf KeTaN Tepel (Foto Ales Mora)

Morgen am 20.11.2008 kann ich nicht in Köln sein, denn poetrYclub probt zu diesem Zeitpunkt das erste mal auf der Goldbühne in Berlin. Sonst wäre ich in Köln und würde mir ansehen, was mit KeTaNs Baumhaus passieren wird. Er hat Schwierigkeiten mit den Kölner Behörden, was ihr hier nachlesen könnt.

KeTaN habe ich vergangenen Montag abend im Cafe Central in Köln kennengelernt. Irgendwie hatte ich Lust etwas Wirbel zu machen und sprach im Cafe quer durch den Raum Leute an, fragte sowas wie: “ Was bist denn du, Poet, Bildhauer oder sowas? – Ich weiss nicht warum, aber irgendwie kamen wir in dem Raum dann auf das Thema Geld zu sprechen. Der regelmäßige Leser hier weiss ja: Eines meiner Lieblingsthemen, denn dabei kommt man irgendwann und letztendlich immer bei der Frage nach dem Sinn des Lebens heraus. Und das mag ich.

Cosmisch informierter Liebesschein (Foto Gaga Nielsen)

Cosmisch informierter Liebesschein (Foto Gaga Nielsen)

Geld ist eine Philosophie, das verstehen aber bisher die Wenigsten. Meist ist das Verständnis darüber, was Geld eigentlich ist, oder sein kann, sehr eindimensional….Deshalb zückte ich irgendwann meine druckfrischen Rheingold-Geldscheine, die ich beim Kongress der freien Medien in Berlin von Rheingold erhalten hatte:

Ich erklärte also den Anwesenden im Cafe, daß Rheingold im wesentlichen bedrucktes Papier sei, also im Grunde nichts anderes als dieser Euroschein, den ich zum Vergleich ebenfalls aus der Tasche gezogen hatte. Es sei nur eine Sache des Vertrauens, …das mit dem Geld. Dem Euro trauen wir alle, ebenso können wir aber auch jedem anderen Stück Papier unser Vertrauen schenken, also zum Beispiel dem Rheingold.

Der Mensch, den ich da vollquasselte verstand nur Bahnhof, da regte sich am Nebentisch ein Herr und mischte sich in meinen Vortrag ein. Er wedelte mit einem 5 Euro Schein und bot mir an, diesen gegen meinen Rheingoldschein einzutauschen. Gesagt, getan! Die Scheine wechselten die Besitzer, jetzt hatte ich 5 Euro (gesetzliches Zahlungsmittel) in der Hand.

KeTaN in Köln

KeTaN in Köln (Foto Marén Wirths)

Der aufgeschlossene Tauscher war KeTaN. Wir setzten uns an seinen Tisch und redeten ein bischen. Ich erfuhr also mehr über den Stein des Anstosses in Köln und über seinen Bauwagen, das Theater, die Kochstelle und das Baumhaus, mitten in Köln

Das Baumhaus ist bedroht, soll nun abgerissen werden…Morgen, am 20.11.2009 läuft das Ultimatum für das Bauwerk ab, das natürlich ohne Baugenehmigung errichtet wurde. Man wird sehen, was KeTaN sich einfallen lässt und wie er mit der Situation umgehen wird. Wenn ich in Köln wäre, würde ich da auf jeden Fall mal hingehen und nach dem Rechten sehen!

Ein bewohnter Bauwagen mitten in Köln

Ein bewohnter Bauwagen mitten in Köln (Foto Marén Wirths)

Im Frühjahr oder Sommer nächsten Jahres wird es dort in Köln, auf diesem Abenteuerspielplatz ein akkustisches Konzert mit Cosmic und dem poetrYclub geben. Das ist ausgemacht. Die Künstler wird KeTaN möglicherweise mit einer eigenen Währung bezahlen. Es werden Münzen mit Loch sein. Jede Münze repräsentiert den Wert eines Tagewerks. Die Münzen kann man dann z.B. als Kette tragen und damit seinen Reichtum und seine monetäre Liebesfähigkeit zeigen. Geld ist Liebe.

Rebell in Gaga Nielsen´s Küche (Foto Gaga Nielsen)

Rebell in Gaga Nielsen´s Küche (Foto Gaga Nielsen)

Demnächst berichte ich detailliert über das Kunstprojekt „Rheingold“, denn ab sofort können unsere poetrYclub CDs, T-Shirts, Kunstobjekte, Konzerte und vieles mehr mit Rheingold ausgelöst, bzw. eingetauscht werden…

Seit letzten Sonntag war also alles wiedermal sehr zauberhaft. Es begann mit dem Kongress der neuen Medien in Berlins C-Base, dann gings weiter in Köln im Cafe Central und im Hotel Chelsea, WDR, Cologne Fine Art und dann wieder zurück nach Berlin…Gute Leute, Begegnungen, Bekanntschaften, Freunde und Einsichten. Arbeiten wir an den guten Dingen. Lasst uns Sachen machen, lasst uns gute Sachen machen…! Und wenn ihr in Köln seid, schaut mal zum Eifelwall 5, vielleicht könnt ihr dort was Gutes machen…

Cosmic, Berlin 19.11.2009

Weiterführende Links:

www.poetryclub.de

www. rheingold.de

www.stein-des-anstosses.de

www.radio-utopie.de (Artikel zum Kongress der freien Medien)

Facebook – Fingerfood

•November 4, 2009 • 5 Kommentare
Cosmic in der Grugahalle, Rockpalast WDR / Foto Gaga Nielsen

Cosmic in der Grugahalle, Rockpalast WDR / Foto Gaga Nielsen

Der Auftritt in Köln, die Reise nach Usbekistan, die Promotour durch die Schweiz… Cosmic ist wieder blogmüde, obwohl es doch schon gärt und auch der Plan längst vorliegt, was mit dem Blog als Nächstes passiert. Etwas Großes, selbstverständlich. Ein Festmahl sozusagen….

Fingerfood gibt es einstweilen bei Facebook >> Link (Man muss bei facebook registriert sein, kann dann alles sehen).

Cosmic, Berlin

Poetisierung der Gesellschaft – Rückeroberung der Herzlichkeit!

•Oktober 15, 2009 • 7 Kommentare
Blogmüde Foto Gaga Nielsen

Blogmüde Foto Gaga Nielsen

Ehrlich gesagt bin ich diese Tage etwas blogmüde. Das geht sicher wieder vorbei. Neue Artikel sind schon in Planung…aber heute möchte ich erstmal das  Tagebuch von Konstantin Wecker bewerben, in dem er neuerdings auch die Poetisierung der Gesellschaft propagiert. Da ist Cosmic nachtürlich hellwach, denn das ist ja ganz sein Anliegen mit dem poetrYclub.

„Poetisierung ist das Gebot der Stunde, und Solidarisierung. Die Rückeroberung
der Herzlichkeit in einer Gesellschaft der Herzlosen, der Einzug der Poesie in
eine Welt der Menschen als Ware.
Aufstand ist nötig, kein Aufstand der Anständigen. Sondern der Unanständigen,
Anstößigen, Unangepassten, derer, die sich informieren statt sich einlullen zu
lassen, Zusammenballung der Kräfte des Unmuts, Vergeistigung einer geistlosen
Gesellschaft.“

Ich zitiere unten den ganzen Abschnitt aus seinem Blog und werbe dafür, daß Konstantin Wecker seinen Webauftritt gerade neu macht, zu Twittern anfängt und Inhalte hinter den Schlagzeilen promoten wird: Das trägt sicher alles zur Poetisierung der Gesellschaft bei. Ich freu mich drauf; mag Künstler die sich für die kranke Gesellschaft und Demokratie und ihre Heilung einsetzen. Ganz mein Ding… ;-)

Zu Konstantin Wecker und seinem Tagebuch, hier ist der  >> Link.

Tagebucheintrag Konstantin Wecker am 6. Oktober:

„Liebe Freunde!
Wovor mir wirklich graut, das wäre, wenn sich diese Merkelei zu einer Neuauflage
der Kohl-Ära auswächst. Diese Einschläferung im Wahlkampf hat mich doch sehr
daran erinnert, wie 16 Jahre lang das geistige Niveau gezielt nach unten
gefahren und jedes Problem ausgesessen wurde.
Nun war dieser Kulturverfall unter Kohl schlimm genug, aber da konnte man immer
noch von den geistigen Restbeständen der 68er-Bewegung runterbeissen, da war
also ein gewisses intellektuelles Polster vorhanden. Heute kommen wir auf dem
kulturellen Zahnfleisch daher. Wohin uns auf dem jetzigen Stand des
Geisteslebens eine weitere Einlullung und Verblödung führen würde, das will ich
mir nicht ausmalen.
Deshalb wird es in diesem zweiten Teil meiner Anmerkungen zur Bundestagswahl
nicht um das gehen, was man sich normalerweise unter Politik vorstellt. Drei-
Buchstaben-Kürzel irgendwelcher Parteien werden nicht vorkommen. Das ist quasi
meine Rache. Kultur kam ja im Wahlkampf auch nicht vor.
Und zwar kam Kultur wirklich überhaupt gar nicht vor. Nix. Null. Fehlanzeigen.
Die große Abwesenheit.
Nicht einmal, wie die Bildung, als ein Programmpunkt, den man im Wahlkampf
aufbläst, um hinterher wieder die Luft rauszulassen, kam die Kultur vor. Das
Wort Kultur war nicht vorhanden. Auch nicht im Wahlkampf der Linkspartei
übrigens. Bildungsabbau, ja, das wird thematisiert. Sozialabbau, sowieso.
Und ich bin ja der Erste, der da ungefragt in Solidarität ausbricht. Aber was
ist mit dem Kulturabbau?
Mit Kultur meine ich natürlich nicht nur die Kultur, die brav von Deutsche Bank
bis Audi gesponsert wird, schöne Musik, herrliche Musik zum Teil – aber eben
Musik die nicht weh tut, die nicht nach der Herkunft des Geldes fragt, mit der
sie möglich gemacht wurde – nicht mehr danach fragt, muss man sagen, denn vor
Jahrhunderten tat auch die klassische Musik den Herrschenden weh.
So sehr ich die klassische Musik liebe, zum Teil vergöttere, aber das kann und
darf nicht alles sein. Und ich erwarte von einer demokratischen Gesellschaft,
dass Gelder freigemacht werden auch und gerade für eine Kultur des Widerstands
gegen ebenjene selbstgefälligen Sponsoren, die sich mit geistigem Gut schmücken
um weiterhin ihre geistlosen Geschäfte verrichten zu können.
Aber selbst und gerade in Berlin, unter Wowereit und Rot-Rot, wird ein
atemberaubender Vernichtungsfeldzug gegen alternative Kultur veranstaltet. Den
Palast der Republik hat man abgerissen, weil man es nicht ertragen konnte, dass
in Berlin Mitte ein solches Prunkstück der DDR-Architektur stehen bleibt. Schon
das ein Skandal, eine Denkmalschändung ohnegleichen. Aber was ja in der
öffentlichen Debatte gar nicht richtig vorkam: dieser Palast der Republik war in
erster Linie ein Kulturzentrum! Und zwar ein Kulturzentrum für normale Leute mit
normalem Einkommen, und das wird beim neugebauten Stadtschloss sicher nicht so
sein.
Das Kulturzentrum Tacheles, das Berlin auf seinen Tourismusseiten stolz der Welt
präsentiert, soll derweil privatisiert werden. Geplant ist, stattdessen ein
Hotel für die Gäste und Mitarbeiter des Bundesrates hinzusetzen.
Im thüringischen Suhl wurde erst das Orchester abgeschafft. Jetzt wird noch das
ehemalige Haus der Kultur, jetziges Haus Philharmonie, abgerissen. Die IHK will
sich dort ein Haus der Wirtschaft bauen. In Suhl! Einer Stadt, in der keine
nennenswerte Wirtschaft mehr übrig ist, seit die Treuhand damit fertig ist.
Der ehemalige französische Kulturminister Jacques Lang hat einmal gesagt:
„Kultur ist die Nahrung der Seele“. Und in dieser Hinsicht wird gerade da
gehungert, wo die Kühlschränke noch voll sind. Die sogenannte erste Welt mag
erstklassige Autos und Waffen bauen, aber geistig und kulturell erleben wir
eine beispiellose Verelendung und Verwahrlosung.
Und nehmen wir das nicht zu leicht: Empfindsamkeit ist die Voraussetzung, dass
Solidarität überhaupt entstehen kann. Kultur befähigt uns, uns selbst im anderen
zu erkennen.
Was ist zu tun?
Poetisierung ist das Gebot der Stunde, und Solidarisierung. Die Rückeroberung
der Herzlichkeit in einer Gesellschaft der Herzlosen, der Einzug der Poesie in
eine Welt der Menschen als Ware.
Aufstand ist nötig, kein Aufstand der Anständigen. Sondern der Unanständigen,
Anstößigen, Unangepassten, derer, die sich informieren statt sich einlullen zu
lassen, Zusammenballung der Kräfte des Unmuts, Vergeistigung einer geistlosen
Gesellschaft.Euer
Konstantin Wecker“

Euer cosmischer Chefredakteur

Amanda Cosmic Gaga Jan Soname – alltogether

•Oktober 3, 2009 • Kommentar schreiben
Cosmic und Amanda Foto Gaga Nielsen

Cosmic und Amanda Foto Gaga Nielsen

Wie verdienen Musiker jetzt und in Zukunft eigentlich ihr Auskommen? Die Musiker haben ein großes Problem, denn es werden immer weniger Tonträger verkauft und die Community kopiert und saugt kostenlos. Die Musikbranche liegt angezählt am Boden und es herrscht große Ratlosigkeit

Andreas und Robert Foto Gaga Nielsen

Andreas und Robert Foto Gaga Nielsen

Da dachten sich diese beiden Herren hier, man ruft alle zusammen und redet mal drüber. PopKomm ab-, alltogethernow angesagt.

Cosmic & Soname Foto Gaga Nielsen

Cosmic & Soname Foto Gaga Nielsen

Ich verkaufte ja in den 80igern millionenfach psychedelische Tonträger, da hab ich also ein Pölsterchen von dem ich heute noch zehren kann, aber lange hält das auch nicht mehr, also dachte ich: Hingehen und mitmachen, es muss weitergehen! Soname aus Tibet (rechts neben mir) bringt ihr gesamtes Hab und Gut in einem Koffer unter. Eine erfolgreiche Strategie der Minimalisierung, die mich begeistert. Weniger ist mehr und ich fange auch an, mich Stück für Stück von überflüssigem Balast zu befreien.

Jan & Soname Foto Gaga Nielsen

Jan & Soname Foto Gaga Nielsen

Soname und Jan Blumenroth auch da, gut gelaunt, kurz vor dem Beginn des Konzert-Livestreams…

Gaga Nielsen Foto Gaga Nielsen

Gaga Nielsen Foto Karola Riegler

Gaga Nielsen, auch da…sonst gäbe es die Fotos (und Videos) nicht. Musik ist das eine, aber die Visualisierungen werden immer wichtiger, vor allem wenn man den Prozeß zur Kunst erhebt. Und das tun wir! Gaga Nieslen, ein wichtiges Organ im Organismus…

Amanda Palmer Foto Gaga Nielsen

Amanda Palmer Foto Gaga Nielsen

Amanda Palmer war also der Stargast des Tages…im Panel berichtete sie, wie es denn bei ihr so läuft. Sie hat es geschafft über das Web eine weltweite Fanbase auszubauen. Sie lebt von der Msuik, hat aber keine großen Ansprüche. Musik ist ein Dikatat der Kunst, wenn sich damit die Miete bezahlt, und man was im Kühlschrank liegen hat, ist eigentlich alles ok.

Cosmic und Amanda Foto Gaga Nielsen

Cosmic und Amanda Foto Gaga Nielsen

Zum Abschluss des Panels ein kleines Statement für den Livestream…Sie sagt zu den Zuschauern draussen an den Computern, sie mögen doch jetzt die Kisten abschalten und raus gehen, um real Leute zu treffen…

Amanda Palmer Foto Gaga Nielsen

Amanda Palmer Foto Gaga Nielsen

Und dann das Amanda Palmer Konzert, das sehr gut war…

Ich könnte wieder viel weiter ausholen, den für mich ist die Situation in der Musikbranche nur ein Mosaiksteinchen in dem ganzen Problem. Ich sage: Das ganze System muss auf den Prüfstand. Unsere Gesellschaft braucht eine komplett neue Software…so geht das alles eh nicht mehr gut. Ich wünschte mir, daß mehr Menschen die Mauern in Ihren Köpfen einreissen, denn es ist soviel mehr möglich…alltogethernow!

Den kompletten Bildersatz von Gaga Nielsen findet man wie immer auf ihrem flickr! hier

Zur Bandwebsite: www.poetryclub.de