Konzertkritik: POETRYCLUB am 17.05.2008 in der Galerie SAKAMOTOcontemporary

Bericht: Petra Heinzel

Konzert in einer Galerie? Ich war unheimlich gespannt darauf, was mich wohl erwarten würde. Die Rede war von einer kleinen unplugged-Besetzung. Gegen 20:00 Uhr traf ich in der Galerie ein. Nachdem ich meinen kleinen Obolus entrichtet hatte, bekam ich von einem süßen Mädchen ein Glücksschweinstempelchen, womit ich mich dann frei bewegen durfte. Das Mädchen, leider weiß ich ihren Namen nicht, hatte übrigens ein schickes Poetry Club-Shirt an. Zufällig begegnete ich gleich darauf Cosmic, dem Arrangeur, Komponisten, Produzenten und Sänger von Poetry Club. Nach einer herzlichen Begrüßung und nettem Gespräch erkannte ich auch viele andere Gesichter, die bereits im November beim Konzert im Grünen Salon in der Volksbühne zugegen waren.
Die Galerie war mit einem schönen Poetry Club-Transparent ausgestattet und sämtliche Technik bereits positioniert. Cosmic lotste seine Gastsängerinnen Miss Flint und Olive Christou sowie seinen Gitarristen Stefan zur Bühne. Oder sollte ich es vielleicht doch nicht Bühne nennen, da wir uns auf gleicher Ebene befanden? Das Konzert begann mit Cosmic`s Worten: „Hey, schönen Abend“ und dem Song „Weltgeheimnis“, gefolgt von „Abhanden“. Alle lauschten interessiert den wunderbaren Klängen, einige Gäste auf Stühlen sitzend, andere im Stehen, und wieder andere saßen im Schneidersitz auf dem Fußboden. In der gut gefüllten Galerie herrschte Wohlfühlatmosphäre. Sogar die Feuerwehr, die gerade an der Galerie vorbei fuhr, fand in dem Lied „Liedergabe“ den richtigen Einsatz. Cosmic und Miss Flint ließen in „Blüh wie die Blum“ wirklich die Blumen blüh`n. Die Texte stammen von Friedrich Rückert, der inzwischen seinen 220. Geburtstag feiern würde. Rückerts Kinder sind sehr früh gestorben. Cosmic und Olive sangen das Kindertotenlied „Kind“. Anschließend dankte Cosmic dem Publikum: „Schön, dass ihr alle mal dem Hamsterrad mit uns entflieht. Friedrich Rückert hat wahnsinnig viele Gedichte geschrieben. Er hat alles verdichtet, alles ist dichtbar. Der nächste Song heißt `Singbar`“. Die Band verkündete mit diesem Lied freudestrahlend, dass die Welt singbar ist. Anschließend kam Mariko, die Verantwortliche der Galerie, zu Wort. Sie dankte dem Poetry Club und freute sich auch über das Erscheinen des derzeit ausstellenden Künstlers Sebastian Rogler.
Nach einer kurzen Pause richtete Cosmic Kritik an alle, die an dem alten System festhalten: „Es ist ein Skandal, dass es noch immer Krieg und Hunger auf dieser Welt gibt. Die Leute sollen kapieren, dass wir Menschen alles erschaffen können was wir wollen, und da endlich mal was draus gemacht werden soll. Verändert die Welt“. Passend dazu ließ Cosmic die Welt „Wachsen“. Plötzlich vernahm ich mir bisher Unbekanntes „Der Teufel hat die Welt verlassen, weil er weiß, die Menschen machen selbst die Hölle einander heiß…“ Darauf folgten die Ohrwürmer „Offen“ und „Die Welt ist schön“. Die Lieder lassen die Welt wirklich schön erscheinen. Das Besondere an Rückerts Texten ist, man erkennt immer einen positiven Lichtblick. Beim Erklingen des nächsten Liedes starrte ich auf Cosmics Shirt. Dort stand im goldenen Schriftzug der Titel „Goldene Zeit“. So heißt auch das aktuelle Album. In Cosmics Vertonungen sind Songstrukturen erkennbar. Seine Erklärung hierzu: „Man komponiert irgendwas und findet zufällig den passenden Text im Buch“. Es folgte die Premiere von „Widerspruch“ im 5/4 Takt. Zum Abschluss hieß es dann Seite 201. Ich wusste sofort, jetzt kommt mein Lied „Die Rose“. Das war ein gelungener Abschluss. Das Publikum war überaus begeistert und konnte den Abend in Ruhe ausklingen lassen.
Das nächste Konzert findet am 22.06.2008 in der Berliner Brotfabrik statt. Ich werde garantiert wieder dabei sein.

 

Quelle: http://www.deutsche-mugge.de/index.html?berichte/poetry170508/poetry.htm

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~ von cosmic - Juli 28, 2008.

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