Mein Tag: Arbeit, Pasta, Mütter, Geld und Wahlkampf 2009!

Was für ein Tag, Arbeit ohne Ende, Telefon klingelte alle 2 Minuten, dauernd irgendwas zu tun, ab 8 Uhr bis Abends um 17 Uhr am Schreibtisch vor dem Bildschirm gesessen, dann im Laden um die Ecke gegangen Tomaten gekauft, Pasta gekocht und gegessen, im Studio gewesen, Aufnahmen gemacht, Tag rum.

Is ok, aber so hatte ich wiedermal keine Zeit für Sport, Yoga, Musik, Liebe oder sonstwas Vernünftiges. Auf dem Weg zum Markt fiel mir noch auf, wie zahlreich schön und attraktiv die Damen in Berlin-Friedrichshain vertreten sind. Die jungen Mütter auch, einfach traumhaft, wie sie da mit ihren Kleinen am Spielplatz zusammen sitzen und das Dasein genießen…fast schon paradiesische Zustände…Nur von alledem bekommt man nur flüchtig etwas mit, schließlich muss man sich ums Geschäft kümmern…oder eben schnell Tomaten und Käse für die Pasta besorgen…

Apropos Geschäft, den meisten Lesern wirds nicht auffallen, weil sie keine Unternehmer sind: Die Zahlungsmoral in Deutschland wird immer schlechter. Die Bereitschaft zu bezahlen wird Jahr für Jahr geringer. Der Geldfluß stockt, Rechnungen werden immer schleppender überwiesen. Immer öfter muss man nachfragen, Erinnerungen und Mahnungen schicken…

Geht das nur mir so? Oder ist das ein Trend? Wer traut sich dazu was zu kommentieren, zu sagen!? Kaum einer schätze ich, denn über Geld redet man nicht. Und wenn man über Geld nicht redet, dann redet man auch nicht darüber, daß wir schon längst ein ernsthaftes Problem mit dem Geld haben: Weil es offensichtlich nicht mehr ausrechend fließt, bzw. nicht mehr vorhanden ist, jedenfalls nicht dort wo man es brauchen könnte, bei den Menschen. Immer mehr Geschäftsleute bestätigen mir das Dilemma. Alle sprechen von sehr großen Aussenständen, entschuldigen sich, daß sie ihre Rechnung nicht überweisen können, weil sie ja selbst auf Geld warten, seit Wochen, Monaten, Jahren….

Also gesunde Finanzen, aber nur auf dem Papier, denn das Geld kommt nicht mehr bei…

Mich wundert es nicht, das Problem mit dem Zinsgeld ist seit vielen Jahren bekannt und es wird schon lange prophezeit, daß unser Finanzsystem kollabieren muß. Nur langsam hab ich das ungute Gefühl, es wird ernst.

Wie seht ihr das da draussen? Merkt ihr was davon? Alles ok? Hab ich nur selektive Wahrnehmung und meine Sorgen sind unberechtigt? Lasst es mich wissen, lasst es uns wissen. Was ist los mit dem Geld? Warum fließt es nicht mehr schnell, von einem zum anderen? Was müssen wir tun, damit Geld wieder fließen kann! Sind wir zu recht abhängig vom Euro? Oder sollten wir uns endlich mal die eigene Bürgerwährung schaffen, die auf Leistungsverrechnung beruht und für die wir keine Zentralbanken und auch keine Geschäftsbanken benötigen!?

Ich werde das zu meinem Wahlkampfthema machen. 2009 Bundestagswahl! 😉

Gute Nacht Freunde! Wir bekommen das schon hin!

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~ von cosmic - September 4, 2008.

2 Antworten to “Mein Tag: Arbeit, Pasta, Mütter, Geld und Wahlkampf 2009!”

  1. Der kann sich freuen, der die nicht kennt!
    Ihr frag noch immer: Wen?
    Sie borgen sich Geld für fünf Prozent
    und leihen es weiter zu zehn.

    Sie haben noch nie mit der Wimper gezuckt,
    Ihr Herz stand noch niemals still.
    Die Differenzen sind ihr Produkt.
    (Das kann man verstehn, wie man will.)

    Ihr Appetit ist bodenlos.
    Sie fressen Gott und die Welt.
    Sie säen nicht. Sie ernten bloß.
    Und schwängern ihr eignes Geld.

    Sie sind die Hexer in Person
    und zaubern aus hohler Hand.
    Sie machen Gold am Telefon
    und Petroleum aus Sand.

    Das Geld wird flüssig. Das Geld wird knapp.
    Sie machen das ganz nach Bedarf.
    Und schneiden den andern die Hälse ab.
    Papier ist manchmal scharf.

    Sie glauben den Regeln der Regeldetrie
    und glauben nicht recht an Gott.
    Sie haben nur eine Sympathie.
    Sie lieben das Geld. Und das Geld liebt sie.
    (Doch einmal macht jeder Bankrott!)

    Anmerkung: Die Konsumenten sind die linke Hand des gesellschaftlichen Organismus, die Produzenten sind die rechte Hand. Die Bankiers sind die Heimlichkeiten zwischen den beiden.

    (Erich Kästner, Hymnus auf die Bankiers)

  2. Tucholsky schrieb unter seinem Pseudonym Peter Panter einen Artikel für die Weltbühne. Nämlich diesen hier:

    Zu dir kommt kein Geld – zu dir nicht.

    Erstens kommt Geld überhaupt nur dahin, wo schon etwas ist, Geld kommt zu Geld; in den Dalles fallen nur manchmal die Lotteriegewinne, bei deren Eintrudelung die armen, alten Zeitungsabonnentinnen die mürben Hände über dem Kopf zusammenschlagen und vor Fassungslosigkeit zu weinen anfangen. (Fettdruck.) Darauf geloben sie, sich eine Nähmaschine und eine Gurkenfabrik zu kaufen und fürderhin ein andres Leben zu führen. Das sind so Märchen …

    Zweitens kommt zu dir kein Geld, weil du es nicht zündend genug liebst. Na ja, du möchtest es gern haben … aber damit ist es nicht getan. Gern haben? Du sollst nicht nur begehren deines Nächsten Bankkonto – du mußt Geld inbrünstig lieben, dich darauf herumsielen, es in die Körperhöhlungen klemmen, na, lassen wir das. Vor allem aber kommt es nicht zu dir, weil es sieht, wie du es ausgibst. Du gibst es falsch aus.

    Nicht verschwenderisch … das ist wieder eine andre Sache. Nein, du gibst es aus, so –: »Bitte, was bin ich Ihnen schuldig? Hier … « Ganz falsch.

    Solange du nicht weißt, was Geldauszahlen bedeutet, solange wirst du kein Geld haben. Zahlen ist himmlische Gnade, Barmherzigkeit, Manna, Segen und unendliche Herablassung. Die wird nicht so leicht ausgeteilt, mein Lieber.

    Zu dir kommt das Geld nicht, weil du immer noch nicht gelernt hast: Wenn man von dir Geld haben will, so mußt du zunächst einmal das sagen, was jeder normale Mensch sagt, wenn man etwas von ihm haben will: Nein. Der, der von dir Geld haben will, sei dein Gegner, der Gottseibeiuns, dein Todfeind. So mußt du ihn behandeln.

    Das will gekonnt sein. Nun komme mir ja nicht und erzähle: Ja, aber der andre hat doch für mich etwas geliefert, gearbeitet, getan … Du Hammel. Als obs darauf ankäme! Er ist der Feind, hör doch.

    Sag erst einmal zu ihm: Nein. Dann: »Zeigen Sie mal her. Wieso drei Mark vierzig? Sie sind wohl verrückt?« – Und dann nimm einen Bleistift und streiche an der Rechnung herum. Und dann handele ihm die Hälfte ab. Und dann hol die Brieftasche heraus. Und leg die Rechnung hinein. Und zahle nicht. Und laß den andern warten. Wer zahlt dir? Also.

    Und wenn du + + + einmal zahlst, so nach langer, langer Zeit und nach Abzug eines Skontos, den du dir am besten nach dem Diskont in Liberia bei 54 Grad im Schatten ausrechnest –: dann mußt du den, der das Geld von dir zu bekommen hat, ordentlich demütigen. Das kannst du doch für dein Geld verlangen, dass er dasteht und Gott dankt und gewissermaßen den Hut in den Händen dreht. »Na … « mußt du dann sagen: »Na … da! Fang auf! Is jut.« So zahlt man. Früher haben einem die Kerle wenigstens die Hände geküßt; heute geben sie einem eine Quittung … verdammte Zeit. Gibs ihm, wenn dus ihm gibst!

    Siehst du: das mußt du wissen, für den Fall, dass du einmal in die ärgerliche Lage kommen solltest, etwas zahlen zu müssen. Zahlen ist: Gnade mit einem Fußtritt. Und besonders für den, der sich nicht wehren kann.

    Aber du hörst ja nicht. Und daher kommt zu dir kein Geld – zu dir nicht. Mancher lernts eben nie.

    Peter Panter

    Die Weltbühne, 13.05.1930, Nr. 20

    P.S. ein anderes Zitat.
    (Autor bekannt)

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